die story

Im Juni 2002 kamen die vier Musiker von pure desmond zum ersten Mal zusammen, um die Band aus der Taufe zu heben. Dabei kannten sie sich durch die gemeinsamen Studienjahre an der Hochschule für Musik und Theater Hannover bereits aus verschiedenen Formationen, vom Duo bis zur BigBand.

Die ursprüngliche Idee hatte Saxophonist Lorenz Hargassner, der schon länger mit dem Gedanken gespielt hatte, ein musikalisches Projekt in Anlehnung an das Paul Desmond Quartet zu gründen. Er hatte während seiner intensiven Auseinandersetzung mit dem Saxophonisten auch schon viel Material gesammelt, Aufnahmen besorgt, Transkriptionen angefertigt, über das Leben des interessanten Musikers recherchiert, etc. Außerdem hatte er den musikalischen Charakter Desmonds ausgiebig studiert, sich mit seinem Sound, seiner Phrasierung auseinandergesetzt. Ermutigt von Schlagzeuger Sebastian Deufel, der bereits eine gemeinsame Band mit dem Saxophonisten hatte (eine der ersten Gruppen des gebürtigen Österreichers Hargassner, "Mr. Vean"), und bestärkt von Bassist Christian Flohr, ebenfalls einem Mitglied dieses ersten gemeinsamen Ensembles, machte er sich also auf die Suche nach dem passenden Gitarristen (die Band von Paul Desmond war ja ursprünglich mit Jim Hall an der Gitarre besetzt).

Die Suche viel nicht schwer, da Gitarrist Johann Weiß schon auf verschiedene Art und Weise aufgefallen war; u.a. als inspirierender Begleiter und musikalisches Mastermind von Projekten aus dem Rock/Pop-Bereich. Also wurde ein erstes Programm zusammengestellt, mit dem Fokus auf die Aufnahmen zu einer ersten Demo-CD. Die ausgewählten Stücke dafür waren "Theme from 'Black Orpheus'", "Take Ten", "Greensleeves", "Rude Old Man" und "By the River Saint Marie". Als Referenz dienten den Musikern die Originalaufnahmen des Paul Desmond Quartets der 1960er Jahre wie "Glad To Be Unhappy", "Take Ten" oder "Easy Living". Ihr Ziel war, den Sound der Band von Desmond so originalgetreu wie möglich nachzuempfinden.

Die Aufnahmesession (in nur 5 Stunden…!) mit Daniel Kosmalski als Aufnahmeleiter war sehr erfolgreich, die Tracks klangen sogar besser als erwartet, man war mit nur zwei Proben, die eben sehr effektiv gelaufen waren, täuschend echt an den erhofften originalen Cool Jazz-Sound herangekommen. In dem Moment war es dem "Erfinder" der ganzen Sache, Lorenz Hargassner, klar, dass pure desmond ein Erfolg werden würde. Erst jetzt wurde der Bandname entschieden, und die erste CD mit den fünf genannten Titeln sollte "…like a dry martini" heißen (nach dem bekannten Zitat von Paul Desmond, "I think I had it in the back of my mind that I wanted to sound…").

Nach etwas längerer Suche wurde auch die richtige Person gefunden, die die Bilder zur Musik machen sollte: Dorota Sliwonik lieferte die sehr gelungenen Fotos zur ersten CD und der gesamten ersten Artwork, und gestaltete somit einen großen Teil der Grundidee des äußeren Erscheinungsbilds der Gruppe. Anhand der guten Fotos konnte Grafikdesigner Rainer Höniges für eine passende Präsentation sorgen; und die erste "Auflage" der Website www.puredesmond.com schuf Meike Koithahn sehr gekonnt.

Nun war das Bandprofil im Großen und Ganzen erschaffen, außerdem wurden noch mehr Stücke aus dem Repertoire des Paul Desmond Quartets wurden ins Programm aufgenommen, die Show konnte beginnen. Und das tat sie: Die ersten "Sporen" verdiente sich die Band bei einem Gig im hannoverschen Eve-Klub am 8. November 2002.

Bald sollten mehr Auftritte folgen, vor allem als die Cuabar im Herzen Hannovers auf die Gruppe aufmerksam wurde und sie zu ihrer Hausband machte. Mehr als ein Jahr lang gestaltete das Quartett einen Abend in der beliebten Szene-Location, auch noch als der Besitzer wechselte und die Cuabar zum Coyote Café wurde. Einige Zeit lang wurde die Band sogar noch von einer zweiten Bar für wöchentliche Gigs gebucht, mehrere Monate lang spielten die vier auch im Kabuki-Soul für Fans und solche, die es werden sollten.

Als der Studienabschluß der Bandmitglieder nahte, war klar, dass pure desmond einen besonderen Stellenwert in den Diplomkonzerten haben würde, und so trat die Gruppe im Rahmen der Abschlussabende von Sebastian Deufel und Lorenz Hargassner sowohl im Lindener Gig-NeueWelt als auch im Großen Konzertsaal der Hochschule für Musik und Theater Hannover mit viel Erfolg auf.

Vor allem das Konzert in einem Konzertsaal reizte die vier, sodass sie sich zu einem Experiment mit Streichquartett hinreißen ließen. Das kleine Projekt unter dem Titel A String Thing vereinte vier professionelle Streicher aus der Musikhochschule mit der Band, die dabei um den Gast Elmar Braß am Fender Rhodes erweitert wurde. Die Arrangements stammten vom Kommilitonen Jochen Pietsch, der sehr interessante Bearbeitungen von Stücken von Quincy Jones und Sting beisteuerte. Das Experiment fand großen Anklang und seither geistern noch mehr Ideen zur Zusammenarbeit von pure desmond mit Streichern in den Köpfen der Band herum. Man darf gespannt sein…

Ende des Jahres 2003 hieß es zeitweilig Abschied nehmen von Gründer Lorenz Hargassner, der für das Jahr 2004 ein Vollstipendium für die renommierte Jazzabteilung der New School University in New York gewonnen hatte und also 2004 nur zu Besuch in Deutschland sein würde. Er wurde für diese Zeit erst von Christopher Spintge, weiters vor allem von Coco Guerra ersetzt. Für Sebastian Deufel, der den Saxophonisten für die erste Zeit in New York begleitete, sprang Kristof Hinz ein.

Durch die vielen Auftritte im Jahr 2003 (über 50) war es ohnehin das eine oder andere Mal notwendig geworden, eines der Bandmitglieder zu ersetzen. Außer den bereits Genannten zeichneten sich dabei vor allem Frank Fiedler und Hervé Jeanne am Bass, als auch Sascha Franck an der Gitarre aus.

Noch bevor zwei der Gründungsmitglieder sich über den Großen Teich verabschiedeten, spielte die Gruppe in mehreren Live-Sessions in der Cuabar und während einer kleinen Studiosession im Living Room der Familie Weiß ein ganzes Album ein, das von Gunter Papperitz und Sascha Franck aufgenommen wurde. Während des Jahres 2004 lief die Postproduktion, sodass four of a kind fertig sein sollte, noch bevor Lorenz Hargassner von seinem Auslandsaufenthalt wieder zurück war.

Doch auch mit Live-Auftritten blieb die Band nicht geizig. In der ersten Jahreshälfte 2004 sollte die Dichte der Gigs noch größer werden, ebenso die Reichweite des Quartetts, dass für die Niedersächschische Staatskanzlei unter anderem in Brüssel spielen sollte, außerdem einen Gig auf dem renommiertren Outreach-Jazz-Festival in Österreich mit großem Erfolg und guter Resonanz verzeichnen konnte. Das war vermutlich auch dem Special Guest Adam Holzman, dem ehemaligen Musical Director der Miles Davis Band am Piano zu verdanken, den der für diesen Auftritt nach Europa gekommene Lorenz Hargassner glücklicherweise mit der Band zusammen bringen konnte.

Viele weitere interessante Begegnungen mit Musikern und Weiterentwicklungen des musikalischen Konzepts von pure desmond, das sich von der Clubszene bis zur Bühnenreife verändert hat, sollten folgen; auch im Jahr 2005 konnte das Quartett viel erreichen. Zum einen spielte die Band weiterhin für etablierte Auftraggeber wie das Niedersächsische Landesmuseum oder die Firma Siemens. Zum anderen wurde die Konzerttätigkeit ausgeweitet: Im Rahmen von Jugend kulturell begeisterten die Musiker in Hannover und Hamburg, das Festival Tonspuren ’05 führte sie durch ganz Niedersachsen. Ende des Jahres wird es die lang erwartete Neuauflage des Streicherprojekts geben: Am 15.12. spielt pure desmond mit einem Streichquartett aus renommierten Musikern wie Andrej Bielow spannende neue Arrangements.

Und auch für das nächste Jahr hat das Quartett noch viel vor. Zuviel soll and dieser Stelle jedoch noch nicht verraten werden, aber kommen Sie doch zu einem unserer Konzerte und/oder hören Sie unsere Aufnahmen, und überzeugen Sie sich von der Spielfreude der Band und unserer Fähigkeit, vor allem dieses eine zu vermitteln:

Cool Jazz.

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